Schwerpunkte – 2022

Ärztekammer (Ärzt*innenkammer) der Zukunft – wichtige Aspekte und Vorschläge

Allgemeines

  • stellt sich den Herausforderungen einer moderne Standesvertretung, dem rasanten Wandel in allen Lebensbereichen und den demographischen Entwicklungen der Gesellschaft

  • sucht aktiv den internen und externe Diskurs mit  den  wichtigen Vertreter*innen aller medizinischer Themenbereiche 

  • sucht Kooperationspartnerschaften auf allen Ebenen mit hoher Kommunikationsfähigkeit und fordert auch intern ein wertschätzendes und integeres Verhalten aller Kammerangehörigen ein

Transparenz, Kostenreduktion und Qualität der Kammerarbeit

  • Keine intransparenten Entscheidungen hinter verschlossenen Türen – das Interesse liegt oft nicht nur am Ergebnis sondern auch am Weg dorthin (Diskussionsbeiträge, Abstimmungsverhalten, abgelehnte Themen etc. in diversen Sitzungen, FORDERUNG: nachlesbare Protokolle für alle Kammermitglieder)
  • Entscheidungen auf Basis von Evidenz, sachlich und fachlich fundiert – auch mit „Mut zur Lücke“
  • Durch die Steigerung der Zahl der Referate in letzter Periode und Erhöhung der Funktionärsgebühren um 30% in der letzten Periode führten zu Mehrkosten von ca. 2 Mio Euro/Jahr – wir fordern daher ein deutliches Einsparen am überbordenden Referate-Wildwuchs nach realem Wert und Sinnhaftigkeit für die Ärzteschaft (keine Referate zur Selbstprofilierung,  Steigerung der Qualität der Arbeit in den Referaten und Festlegung von Minimalanforderungen, weniger Referate, weniger Stellvertret*erinnen, geplante verpflichtende Sitzungen, Vorstellung der angedachten Themen am Anfang der Periode durch die Leitung und „echter“ Output – nicht nur „einseitige Jahresberichte“, etc.) 
  • Evaluierung der Arbeit der Kammerfunktionär*innen innerhalb der Referate und Ausschüsse und Adaptierung der Honorierung nach tatsächlicher Arbeitsleistung – es wird hier Gewinner und Verlierer geben, aber in Summe soll die Qualität steigen und die Kosten reduziert werden können
         
  • Durchlässigkeit der Kurien und Gleichstellung: Immer mehr von uns arbeiten gleichzeitig in mehreren Bereichen der intra- und extramuralen Versorgung, daher ist es Aufgabe der ÄK die Durchlässigkeit zwischen den  Kurien in den entscheidenden Bereichen zu fördern und zu  verhandeln sowie auf Kooperation und Zusammenarbeit zwischen den Kurien zu setzten statt auf Konkurrenz
  • Ermöglichen von Ausbildungsmodellen intra- und extramuraler Ausübung von Spezialisierungen sowohl in intra- als auch extramuralen Bereichen z.B. Kardiolog*innen, die im KH angiographieren, niedergelassene Expert*innen, die in Spezialambulanzen ihr Wissen anwenden und weitergeben, Optimierung der Lehrpraxis etc.)
  • Optimierung der Ausbildungsinhalte gemeinsam mit Fachgesellschaften, Kontrolle der Ausbildungsqualität in den Abteilungen 
  • Forcierung der Ausbildung zum FÄ/FA für Allgemeinmedizin, Forderung FÄ/FA für Notfallmedizin
  • Etablierung eines persönlichen Mentorings für junge Kolleg*nnen zur organisatorischen und persönlichen Unterstützung und Förderung am Berufsweg
  • Die Medizin ist weiblich geworden:  die Zahl der Kammerfunktionär*innen, die Karrierechancen und Honorierung der Ärzt*innen muss von einer modernen Kammer gefördert werden. Die Anzahl der Ärzt*innen in den letzten 20 Jahren hat sich in Österreich verdoppelt – das Gehalt hinkt nach (https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/4878/4/2018-czypionka-pock-reiss-aerztinneneinkuenfte-oesterreich.pdf, Online 14.1.2022).

    intramural weiblich, extramural männlich geprägt;
    WiGEV 21% Primarärzt*innen – in Ö nur 11%

    WÄK (gezählt):    
    Präsidium: 75% Männer, 25% Frauen
    Vorstand: 65 Männer, 34% Frauen
    Sektion der zur selbstständigen Berufsausübung
    Berechtigten 68% Männer, 31% Frauen
    Sektion Fachärzte (sic!): 83% Männer, 16% Frauen

    Gehälter:

Die Ärzteschaft der Zukunft – wichtige Aspekte und Vorschläge:

Allgemeines

Der Wandel der Gesellschaft, die Entwicklung der Arbeitswelt generell und die Auswirkungen der Klimakatastrophe treffen auf unser derzeitiges System. Um mit den Herausforderunge der sich immer rascher verändernden Umwelt und Gesellschaft auch in der Medizin mithalten zu können, benötigen wir

Eine zukunftsfitte  Arbeitswelt

  • Intra- und extramuralen Stellenpläne müssen den Arbeitsrichtlinien und Arbeitsbelastungen angepasst werden, Flexibilität bezüglich Arbeitszeit, Arbeitsort und Work-Life-Balance

  • Ein  modernes Berufsverständnis  und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wollen wir für alle  ermöglichen (Recht auf Teilzeit bzw. öfter und bedarfsgerecht wechselnde Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit für Forschung/Wissenschaft, adäquate Honorierung…)

  • Gesundheit/Krankheit und die Klimakatastrophe lassen sich nicht trennen daher müssen Ausbildungen adaptiert werden, um auf „neue“ Krankheiten und Herausforderungen (Katastrophenschutz) unserer geographischen Lage mit steigenden Temperaturen, Feinstaubbelastung etc. adäquat reagieren zu können: „Tropenkrankheiten in Mitteleuropa“, Herz – Kreislaufbelastungen, Zunahme von respiratorischen Erkrankungen und Karzinomen sowie Allergien, Umgang mit psychischen Erkrankungen und Belastungen von Kinder- und Jugendlichen, Evaluierung notwendiger Betreuungsstrukturen etc.

  • Umdenken in Bezug auf Infrastruktur und Prozessabläufen (Möglichkeiten der Isolierung bei steigenden Infektionen, Hygieneanforderungen, kühlende Räume,..) und Zusammenarbeit auf breiter Ebene im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung der Gesellschaft

  • Gemeinsames meistern der Herausforderung Digitalisierung und künstliche Intelligenz – mit wissenschaftlichen Expert*innen aus den unterschiedlichsten  Bereichen wollen wir  Konzepte zur Nutzung der rasanten Entwicklungen in vielen Bereichen der Medizin erstellen und an der Klärung der Frage wie wir als Ärzt*innen digitale Lösungen nutzen können ohne durch sie behindert oder verdrängt zu werden.

  • Erarbeitung eines Konzepts im Rahmen eines Zukunftkonvents mit einer Atmosphäre des Aufbruchs und der gegenseitigen Wertschätzung.