Gut zu wissen

Was erwartet uns in den nächsten 5 Jahren?

Die neue Bundesregierung hat auf 5 Seiten ihre Vorstellungen über ihre Reformideen zu Thema Gesundheitssystem dargestellt und mit Beate Hartinger-Klein eine Wirtschafswissenschafterin/Unternehmensberaterin mit Erfahrung im Bereich der Sozialverischerungen an die Spitze des neuen Sozial- und
Gesundheitsministerium gestellt.

Dazu ein paar kurze Überlegungen:

Die Zusammelegung der beiden Ministerien ermöglicht unter Umständen eine
besser Steuerung von Geldern, da sich die Finanzierung von  Prävention
über diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bis hin zur Palliation
und Pflege bislang immer nur aufgesplittert darstellen liess. Wie das Alles sich tatsächlich in der Praxis umsetzten lässt, bleibt vorerst noch offen, ebenso ob
es professionell und sinnvoll ohne neue Eigeninteressen gestalten lässt..

Die Zuammenlegung der Sozialversicherungsträger (5 KK, 1Pensionsversicherung, Reform oder Integrati0n der AUVA) mag sinnvoll sein oder nicht – eine Reform in diesem Bereich ist allerdings schon seit Jahren überfällig. Begrüssenswert in jedem Fall  ist
die Leistungsharmonisierung und die geplante Honorarharmonisierung – wobei beides  zu keiner Verschlechterung der Versorgung undFinanzierung der Kollegenschaft führen darf!

Das Aufweichen der Verschwiegenheitspflicht im Bereich von Asylverfahren ist auf alle Fälle kritisch zu beobachten und zu hinterfragen, für manche Fälle auch derzeit schon gesetzlich geregelt, generell abzulehnen! Mit der Gesundheit von  Menschen darf  nicht  gespielt werden und gesundheitsrelevante Daten dürfen nicht  gegen den Patienten, woher er auch immer kommen möge, verwendet werden.

Es sollte  einen österreichweiten Gesamtvertrag geben und gleichzeitig mittels Ab- und Zuschlägen auch argumentierbare und sinnvolle Unterschiede – und länderweise Budgetautonomie?  Und die Anstellung „Arzt bei Arzt“ ? Wer dabei was verhandeln wird, wird sich zeigen, zu hoffen bleibt, dass niemand versucht, andere gegeneinander auszuspielen.

Die Ankündigungen  bezüglich der Verbesserungen im Bereich der Allgemeinmedizin (Attraktivität, Stipendien für LandärztInnen, FA für Allgemeinmedizin etc.) und vermehrt KK-Stellen im ländlichen Bereich lässt hoffen.
Die Adaptierung des PHC Gesetztes in Berzug auf Flexibilisierung für
Ärzte ist sicherlich positiv zu bewerten, allerdings bleiben viele Formulierungen schwammig und unkonkret v.a. in Bezug auf wohnortnahe Versorgung und Zentren am Land – hier bleibt abzuwarten, wie die Ideen sich im Detail niederschlagen.

Kinder- und Jugendmedizin, Prävention, Gendermedizin, Steuerung im Gesundheitswesen und einige andere Stichworte sind wichtig, aber nicht ausgeführt.

Man könnte noch viele weitere Punkte diskutieren – in Summe ist es eine teils ambitionierte, teils klientelzentriertes und vereinzelt auch seltsame Sammlung an Ideen – die Umsetztung der meisten davon ist jedoch noch in keinster Weise durchdacht und ausformuliert.

Wichtig ist, die Gründe der Entscheidungen zu hinterfragen, die Auswirkungen im Auge zu behalten und gegebenenfalls gezielt zu reagieren.

Sicher wird es aber in den nächsten Jahren spannend  für uns Alle. Vorsicht geboten ist allerding bei den Eigeninteressan aller Beteiligten – wir dürfen uns weder benützen noch gegeneinander ausspielen lassen!

Wir lassen uns gerne positiv überraschen, Frau Gesundheitsministerin – Auf geht´s!

Gedanken zur geplanten Rufbereitschaft in den KAV Spitälern

Die gesetzliche Möglichkeit der Rufbereitschaft soll im Oktober/November im Wiener Gemeinderat, in Analogie zum Bund, für ganz Wien beschlossen werden. Was heißt das nun konkret für die bei der Stadt Wien angestellten Ärztinnen und Ärzte?

Laut Ankündigung der Stadträtin für Gesundheit wird daran gedacht eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Nachtdiensträdern in Rufbereitschaftsdienste umzuwandeln. Diese Möglichkeit wird jedoch von ÄK und PV angezweifelt.
Stellt sich die Frage: wem kann man nun Glauben schenken?

  •  wozu Rufbereitschaft?

In vielen Ländern gibt es Rufbereitschaft seit langem, angeblich mit keinerlei Qualitätsverlust in der Versorgung der PatientInnen und sogar mit Lebensqualitätssteigerung der betroffenen Ärzteschaft.

In Wien gibt es nach der  zuletzt durchgesetzten“Reform“ endlich adäquate und höhere Gehälter, natürlich auch bedigt durch nicht unbeträchtliche Überstundenerbringung und damit für die Stadt Wien anscheindend nicht vorhersehbare Steigerung der Ausgaben im Bereich Personal.

Etliche ND Räder wurden bereits gestrichen, es wurde in vielen Bereichen „umstrukturiert“ und Leistungen wurden verlagert, aber nichts desto trotz muss weiter eingespart werden.

Die Idee, mit der Umwandlung von ND Rädern in Rufbereitschaft (DENN diese Stunden zählen nicht zur Arbeitszeit!!) zu sparen ist nicht neu und die Hoffnung, dass man damit eine deutliche Reduktion der gut bezahlten Überstunden bei gleichzeitiger Steigerung der Tagesanwesenheit erreichen kann, ist aus Sicht des Arbeitgebers nachvollziehbar.

Aus Sicht der ArbeitnehmerInnen bedeutet das aber Einiges mehr:

  1. Je nach Personalstand deutliche mehr Nachtdienste, teils in Rufbereitschaft, teils vor Ort

  2. Wegfall der NG Stunden

  3. Gehaltsverlust durch Überstundenreduktion

  4. weiteren Verlust von Kontinuität und Qualität der eigenen Arbeit

  5. Reduktion und Fraktionierung von „echter“ Freizeit

  6. Unklare Trennung von familiären Verpfllichtungen und RB (z.B. brauche ich trotzdem eine Kinderbereuung, wenn die Möglichkeit besteht,  dass ich an meinen Arbeitsplatz muss und ggf bin ich dann parallel mit der zu bezahlenden Kinderberteuung zu Hause, Einschränkung der Gestaltngsmöglickeit meiner Freizeit etc…..)

  7. was ist, wenn die Kommunikation mit den Kollegen vorort schwierig ist zB  auf Grund sprachlicher Probleme, Einschtzungsfehler durch unerfahrene KollegInnen etc.

Rufbereitschaft klingt gut, wenn diese gut bezahlt ist und der/die Diensthabende nur durch gelegentliche Telefonate in Anspruch genommen wird, bei mehr Bedarf allerdings bedeutet es selbstverständlich unruhige Nächte (eventuell für die ganze Familie), örtliche und zeitliche Gebundheit und nicht zuletzt eine insgesamt vermehrte wenn auch fraktionierte Anwesenheit bei insgesamt weniger Gehalt.

  • Rufbereitschaft und Ausbildung?

Ausbildung kann in den Rufbereitschaftsdiensten wohl kaum stattfinden.  AusbildungsärztInnen in Rufbereitschaft sind ein NoGo, diese ab Nachmittag alleine zu lassen in vielen Fächern kaum machbar, ohne einerseits einen massiven Qualitätsverlust in der PateintInnen- und Angehörigenbetreuung als auch in der Ausbildung zu riskieren und den Druck auf diese Generation massiv zu erhöhen.

  • Welche Fachrichtungen können nun von RB betroffen sein? Die „Großen“ wie Chirurgie oder Interen Medizin, Psychiatrie, Neurologie, oder doch „nur“ die „kleinen Fächer“ wie Dermatologie, HNO, Urologie etc. ?

Objektiv betrachtet und mit anderen Ländern und Bundesländern verglichen – wohl von beiden etwas…

Hier gibt es einige Fallen zu beachten:

Rufbereitschaftsdiensten mit wenig Bedarf laufen Gefahr rasch als unnotwendig völlig gestrichen zu werden – die anfallende Arbeit wird auf andere Diensträder ausgelagert werden.

RB Dienst mit hohem rbeitsanfall im Sinne von häufigen und regemäßigen Anwesenheiten, werden Lebensqualität massiv beeinträchtigen und überdies  große Probleme mit der Planung der Arbeistzeit machen.

Die Frage der Haftung – z.B. Behinderung am Weg ins Spital im Rahmen der RB durch Stau oder  Unfall etc – wird zwar von allen offiziellen Seiten als problemlos dargestellt, macht aber den ArbeitnehmerInnen natürlich Sorgen und verunsichert. Das Alles wird sich aber wohl leider im Vorhinein nicht zur Zufriedenheit Aller beantworten lassen – hier werden sicherlich Präzedenzfälle notwendig werden.

Das waren nur einige Punkte, die folgende, wahrscheinlich uvollständigen Forderungen erklären sollten.

Zusammenfassend ist zu sagen:

1. VOR jeglicher Rufbereitschaft, muss eine gut funktionierende und flächendenckende Aufnahme- und Notfallversorgung sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich wienweit gewährleistet sein

2. Die Stunden des Rufbereitschaftsdienst müssen mit jeweils 60% des Stundenlohns der jeweiligen Stunde berechnet werden, die Stunden bei Anwesenheit mit entsprechendem Stundenlohn.

3. Bei Anwesenheit zählt die Arbeitszeit ab dem Zeitpunkt der Abfahrt bis zum Eintreffen zu Hause (der Weg muss arbeitsrechtlich abgesichert sein)

4. Festlegung auf 60 Minuten zum Erreichen des Arbeitsplatztes – geht sich das nicht aus, ist der ND vor Ort als vollwertiger Dienst durchgeführt und bezahlt zu werden.

5. Nach jedem RB-ND ist prinzipiell ein freier Tag einzuplanen, um keine Ruhezeitunterschreitung zu riskieren. Ausnahmen können freiwillig unter Einhaltung der Ruhezeit genehmigt werden.

6. Beginn des RB-Dienstes ist für die Abteilungen je nach Arbeitsaufwand selbständig festzulegen, sollte aber generell zwischen 16- und 20:30 liegen.

7. Die weiteren Tagesanwesenheiten müssen sich die Abteilungen je nach Arbeitsaufwand selbständig festlegen können, um eine Ausgewogenheit zwischen der Arbeitsbelastung und der für das Personal notwendigen Sollstunden zu erreichen.

8. Das Maximum der Nachtdienste (sowohl vollwertige als auch RB) ist in Summe mit 8/Monat festzulegen.

9. Abgeltung der NG Stunden ist zu überlegen

Zusammenfassend darf die RB nicht als Sparmassnahme eingesetzt werden, um Personalknappheit zu kompensieren und unsere gerade gewonnene Steigerung der Lebensqualität wieder zu reduzieren.

Ob RB Dienste in einigen Fällen nicht eine durchaus sinnvolle Umstrukturierung der Arbeitszeit und Arbeitsbelastung darstellen kann, wird sich wohl erst nach einer Evauierungsphase herausstellen, die aber auch erst nach einer Komplettierung der Akutversorgung auf hohem Niveau in alle KAV Häusern kommen kann.

Rückblick auf das erste Halbjahr aus Sicht von Asklepios Union in der Wiener Ärztekammer

Mit Ende Juni geht das erste Halbjahr in der Kammerarbeit für uns zu Ende – hier ein kurzer Rückblick auf Interessantes, Überraschendes, Erschreckendes, Unglaubliches und Positives.

Im Jänner 2017 haben wir als neue und bis dato politisch unbeschriebene Gruppierung mit dem Sammeln der Unterschriften beschlossen, den Schritt in die Kammerpolitik zu wagen – motiviert, engagiert, vielleicht an manchen Stellen ein bisschen naiv, aber mit dem starken Willen für Wiener Ärztinnen und Ärzten einen Aufbruch in der Kammerpolitik zu versuchen.

Das Einreichen der notwendigen Anzahl an Unterschriften war neben dem Erarbeiten unseres Programms und unserer Schwerpunkte die erste Herausforderung.

Der Wahlkampf an sich war spannend, vor allem da wir kaum finanzielle Mittel hatten und uns bewusst dagegen entschieden haben illegale Massenmails zu verschicken. Unseren Folder haben wir sowohl gemeinsam finanziert als auch zusammengestellt und wie so oft wenn man etwas Neues versucht, Spass gehabt und viel dabei gelernt.

Die Reaktion der Mitbewerber auf unser Antreten war, wie nicht anders zu erwarten, überwiegend negativ, aber dadurch haben wir uns von unserem Ziel nicht abbringen lassen. Trotz allem haben wir versucht, uns nicht in die Untiefen dieses Wahlkampfes ziehen zu lassen.

Der Wahlabend selbst war sehr erfreulich für uns – wir konnten aus dem Stand heraus 11 Mandate erringen. Allerdings stand scheinbar bereits schon an diesem Wochenende die alte bzw. neue Koalition fest. Gespräche mit uns wurden von vielen Seiten abgelehnt: Frischer Wind in der Kammer ist offenbar nicht gewünscht, denn „Macht und Geld regiert die Welt“ – und das auch in der Standespolitik.

Die Entscheidung zwischen Funktionen/Ämtern oder Zielen/Werten hat leider zu einer Spaltung innerhalb unserer wahlwerbenden Liste geführt. Einigen haben sich daher entschlossen eigene Wege zu gehen – dafür wünschen wir Alles Gute.

Nichts desto trotz werden wir von Askelpios Union – die Alternative mit Mut unserem ursprünglichen Ziel treu bleiben und mehr Transparenz in das Kammerleben und die Entscheidungsfindungen zu bringen, um damit alle KollegInnen mehr Einblick in die Standespolitik zu geben, die aus Ihren Beiträgen finanziert wird.

Wir von AU haben uns bewusst dagegen entschieden, remunerierte Funktionen zu übernehmen um im Gegenzug unser Zustimmung zu teils so für uns nicht akzeptablen Entscheidungen zu geben. (https://medicus58.wordpress.com/2017/06/22/der-preis-der-koalition/) Hat uns das bis jetzt geschadet? Vielleicht – aber dazu stehen wir.

Da wir von Grund auf eine vereinigte Kammer und fachlich basierte Entscheidungen wollten, haben wir uns in die Opposition begeben.

Trotzdem werden wir einige Aufgaben ausfüllen: Wir wurden in den Vorsitz des WFF (800 Euro/Mo ohne Steigerung zur Vorperiode) gewählt, sind im Vorstand sowie im Streikkomitee vertreten und sind unbezahlte Mitglieder mit fachlicher Expertise in folgenden Referaten: Kammerreform, Gruppenpraxen, Geriatrie, KAV-Spitäler, Umweltmedizin, Substitution und Drogentherapie, Psychosomatik und Psychotherapie, Katastrophen- und Notfallmedizin, Wahlärzte.

Wir werden in Zukunft alle unsere Anträge und wichtige (und publizierbare) Entscheidungen (denn es herrscht in vielen Belangen in der Kammer Verschwiegenheitspflicht!?!?) auf unsere Homepage setzen und bei diversen Treffen diskutieren.

Wer immer Interesse hat, hier seine eigenen Erfahrungen und Meinungen einzubringen und mitzudiskutieren, ist natürlich herzlich dazu eingeladen!

Wie sich die Jungen ihre Ausbildung vorstellen…

ASKLEPIOS – UNION Hauptforderungen für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung

*Approbation mit Abschluss des Studiums.
Mit Implementierung des KPJ in die neue Studienordnung analog anderer EU-Staaten ist es völlig unverständlich, warum ein Absolvent einer Österreichischen Medizinischen Universität schlechter qualifiziert sein soll als seine KollegInnen aus vergleichbaren EU-Staaten. Nach dem Studium soll sofort mit der Facharztausbildung begonnen werden können, wobei hier eine Aufwertung des Arztes für Allgemeinmedizin zum Facharzt für Allgemeinmedizin erfolgen soll. Die Basisausbildung soll ersatzlos gestrichen werden. Eine Anstellung eines approbierten Arztes darf nur in einem Ausbildungsverhältnis erfolgen, es sollen Nebenverdienstmöglichkeiten für approbierte Ärzte in Ausbildung möglich sein (z.b.: Blutspendedienst, Notarzt). Die Notarztausbildung soll qualitativ verbessert werden mit verpflichtender Ausbildung auf einer Notaufnahme sowie einer unfallchirurgischen Ambulanz und einer Anästhesie.

*Streichung des Begriffs „Turnusarzt“ aus sämtlichen Gesetzestexten, Verordnungen etc. – dieser Begriff ist in den letzten Jahren beinahe zu einem Synonym für Spritzenschani, Mädchen für Alles, Arbeitssklave und ähnliches geworden. Wir sind Ärzte und Ärztinnen -wenn auch in Ausbildung – dies muss immer im Vordergrund stehen. Wir haben uns Respekt verdient. (vergleiche Psychotherapeutengesetz: Psychotherapeut i.A.)

*Rotationsmodelle:
Nicht nur innerhalb von Gemeindespitälern sollen Rotationen im Rahmen der Ausbildung möglich sein, sondern auch mit privaten Trägern und der MUW sollen Ausbildungskooperationen geschlossen werden -vor allem für die neue Ausbildungsordnung der Allgemeinmediziner. Zu Jahresbeginn muss die Rotationsplanung mitgeteilt werden – wir haben auch ein Privatleben, welches wir uns gerne selber gestalten würden. Es ist uns völlig unverständlich, warum JungmedizinerInnen in ihrem Krankenhaus „Stehzeiten“ absolvieren müssen, obwohl in anderen Krankenhäusern freie Ressourcen -vor allem in den „kleinen“ Fächer- bestehen. Weiters ist die Vernetzung der Ärzteschaft vor allem mit der Uniklinik von großer Bedeutung – man muss unserer Ansicht nach auch in den Universitätsklinik-Alltag bzw. in den Alltag der Gemeindespitäler „schnuppern“ können, um ein Verständnis für die Anliegen und Arbeitsweise der KollegInnen zu erlangen.

*Lehrpraxis:
bereits zu Beginn der Ausbildung. Eine unerträgliche Situation für viele KollegInnen in der neuen Ausbildungsordnung: Die Lehrpraxis, die in der jetzigen Form am Ende der Ausbildung zu erfolgen hat, ist eine lose-lose Situation für alle Beteiligten: Für die Auszubildenden massive finanzielle Verluste (statt dem Spitalsgehalt ca.1400€ brutto in der Lehrpraxis – Stichwort Alleinerziehende) und für den Ausbildenden (erhöhter Zeit-und Arbeitsaufwand sowie finanzielle Belastung).
Voll finanzierte Lehrpraxen auch im Facharztbereich bei gleichzeitiger intra- und extramuraler Zusammenarbeit. Der Arzt in Ausbildung soll hierbei im Krankenhaus angestellt bleiben können, auch während der Lehrpraxis. Die Finanzierung für beide Seiten muss endlich gesichert werden, und zwar in einer akzeptablen Höhe!

*Skill&Grade Mix
-zuvor Rahmenleitlinie Medizin und Pflege, zuvor Arbeitspaket 7 (AP7) – muss endlich flächendeckend umgesetzt werden! Es ist skandalös, dass im Jahr 2017 -nach 10 (zehn!!!) Jahren – trotz gültiger Vereinbarung diese auf einem Großteil der Abteilungen bis dato noch immer nicht umgesetzt ist!

*Mentoring
ist unerlässlich für eine gute Ausbildung. Dieses eigentlich beschlossene Programm muss auch Abbildung in der Personalbedarfsberechnung finden, eine fundierte Ausbildung benötigt auch qualifizierte KollegInnen, die ZEIT für die Ausbildung haben.

Was bisher im KAV geschah…

Kurze Zusammenfassung der Chronologie der Ereignisse seit Einführung der neuen, EU-konformen Ärztearbeitszeit im KAV

Grundproblem: das Fehlende Problembewusstsein und die Ignoranz der Österreichischen Ärztekammer und Landesärztekammern gemeinsam mit der Politik erst auf die Androhung von Strafzahlungen von Seiten der EU zu warten, um dann raschest die Gesetzeslage zu adaptieren und auch auf Landesebene zu reagieren.

Dezember 2014 massive Aufregung gegen das Unterzeichnen der Betriebsvereinbarung im KAV.

Jänner 2015 – wie von Stadträtin Wehsely vorhergesehen (weil schon seit Sommer 2014 verhandelt) wird eine Vereinbarung unterzeichnet trotz massiver Proteste von PV, damals noch GdG und ÄK – oder unterschrieben sie doch nicht? Gilt die Vereinbarung oder nicht – man wird es wohl nie so genau wissen….
Die Vereinbarung beinhaltet die Möglichkeit des AG jederzeit bei fehlenden Ruhezeiten die ND auf 12,5 h Schichten umzustellen, die Berechnung de
r zwar höheren Gehälter jedoch nur mit 40 h (d.h. keine ÜST) sowie die deutliche Reduktion der Anzahl der ND Räder und der Turnusarztstellen. Positiv wäre der Ausbau der zentralen Notaufnahmen gewesen, wenn mehr darauf geachtet worden wäre, dass die Reduktion der nachfolgenden Abteilungen erst nach deren Ausbau durchgeführt worden wäre. Nach entsprechendem Druck der Basis, Frustration, massive Unzufriedenheit, Gründung der politisch unabhängigen Ärztegewerkschaft Asklepios und Streikdrohung wurde nicht nachverhandelt, aber ein rascher Deal nach einem dubiosen Brief von einigen Mandataren geschlossen – höhere Zulagen v.a. für WE und Feiertage, höhere Primariigehälter, Umsetzung von Skill&Grade – die Verlagerung von Basisleistungen an die Pflege. Diesee wurde sehr langsam umgesetzt, weil die dafür notwendige Entlastung der Pflege und die Einschulungen lange auf sich warten ließ und ist, obwohl eigentlich Grundvoraussetzung für die Ausbildungsstellen immer noch sehr löchrig umgesetzt – trotzdem wurden die Ausbildungsstellen genehmigt und damit wird sich wohl für die Jungen auch nicht mehr allzu viel ändern – was in manchen Bereichen einer Katastrophe gleich kommt!

Das Spiel ging munter weiter: sehr verzögerte Auszahlung von ÜST, Probleme bei eingesprungenen Dienste, Auszahlung der NG-Stunden, willkürliche Einteilung bzw. illegale Änderung von Urlaub in Stricherltage etc.

Der nächste Schritt folgte im Herbst 2016 mit der schon Anfang 2014 geplanten Umstellung auf 12,5 h Diensten und ND-Radreduktion im großen Stil – begonnen in den Pflegeheimen und weiter umgesetzt in allen KAV-Spitälern sowie die Reduktion auf 40-42 h und damit der Wegfall gut bezahlter ÜST – hier ist der Druck doch zu groß geworden und es wurde ein halbe Tag gestreikt!

Erfolgreich? Naja, es wurden Abstimmung (25 oder 12,5hND) oft nicht durchgeführt, vereinzelt Reduktionen zurückgenommen – viele aber als Projekt belassen und nach einiger Zeit und ohne wirkliche Proteste mit oder ohne Evaluierung fix übernommen („gibt eh kein Personal mehr dafür“), einige Probleme in Arbeitsgruppen ausgelagert, die viel länger als vereinbart dauern und wohl nicht zu wirklichen Lösungen gedacht sind. Es wird auf Zeit gesetzt, damit „sich die Ärzte an die neuen Dienstzeiten gewöhnen können“.

Der Clou – die Notärzte in den KAV einzugliedern und damit auch der PV des KAV zuzuordnen und von dieser schon ohne echte Diskussion und Rücksprache mit den Kollegen unterschrieben, ist auch nicht zu vernachlässigen – damit kann man doch glatt die Personalnot der Rettung als auch der ZNAs in den Griff bekommen – und wer es nicht glaubt…

Zusammenfassend kann man wohl sagen – es ist nahezu Alles im Jänner 2014 Geplante, wie vorhergesagt, auch schon bzw. bald umgesetzt – es hat ein bisschen länger gedauert und ein bisschen mehr medialen Wirbel erzeugt als vorgesehen war – aber dafür wurde an die Zuständigen der Führungsriege auch entsprechend viel Schmerzensgeld ausgezahlt…

Was sollte nun dringende geschehen? Keine weiteren Reduktionen, versprochener Ausbau der Notfallaufnahmen mit Entlastung des dahinterliegenden stationären Bereiches, echte Personalbedarfsplanung mit richtiger Berechnung der Auszubildenden und Ausbildner als nicht VZÄ, mehr StationsassistentInnen zur Entlastung des Personals, und vieles mehr.

Die Forderung nach neuen Köpfen auf der gegnerischen Seite des Verhandlungstisches ist nachvollziehbar – aber auch auf dieser Seite des Tisches wäre das eine gute Idee…

Gelebte Transparenz!

Da einige Kollegen anscheinden doch etwas neidisch auf unsere Aktivitäten als wahlwerbende Fraktion sind, werden wir hier ein schönes Beispiel der gelebten Transparenz geben.

Einnahmen als zinslose Darlehen in Form von Crowdfunding von unseren KandidatInnen ca 6600 Euro
Medizinrechtstag in Kooperation mit der Österreischischen Gesellschaft für Medizinrecht gesponsert von der Ärztebank
Website, Domains, FB, Internetauftritt etc. gesponsert Anna Kreil, Johannes Steuer
Folder (Design, Druck, Versand etc.) ca 6000 Euro
Aussendung an niedergelassenen Bereich gesponsert Gerald Radner

Keine Inserate, keine APA-Meldungen, keine Pressesprecher, keine Medienagenturen, nur viel persönlicher Einsatz unserer KandidatInnen.

Und wie schaut es bei anderen wahlwerbenden Fraktionen aus?

 

Sag mir wo die Ärztelein sind…

10 kleine Ärztelein verliefen sich im Land.
• Eines hat gar nicht erst begonnen zu studieren, weil es beim Test durchgefallen ist
• Eines hat im Ausland studiert und ist auch dort geblieben
• Eines hat zwar in Österreich studiert, aber schlauerweise nicht den Beruf des Arztes ergriffen, sondern hat gleich anschließend irgend einen BWL Master gemacht und ist externer Berater geworden und verdient nun deutlich mehr, hat dafür aber viel weniger Verantwortung und auch keine 30jährige Nachhaftung
• Eines hat sich im KPJ verlaufen
• Eines ist praktischer Arzt geworden und betreut mehrere Ortschaften alleine und mehr als 150 PatientInnen an einem Vormittag und ist irgendwann wahnsinnig geworden und schreiend aus der Ordination gelaufen und wurde nie wieder gesehen
• Eines ist Notarzt geworden und fürchtet sich, weil es so allein und einsam ist
• Eines hat die Nase voll davon, dass parteipolitisches Lobbying mehr zählt als Qualifikation und Können und geht, nachdem es in allen möglichen Hearings übergangen wurde
• Eines ist sogar Primar geworden, hat es aber satt ständig mit unlösbaren Aufgabenstellungen zugemüllt zu werden, um die eigene Abteilung und sein Personal möglichst unauffällig wegzurationalisieren
• Eines hat sich samt seinem Dienstrad nach 30 Berufsjahren in die Pharmaindustrie verabschiedet
• Eines ist aus den Jahrgängen 1955 bis 1964 und wird bald in Pension gehen und weil das Klima hier so gut ist, wird das so früh wie möglich sein
Und da waren sie plötzlich Alle weg…