Rückblick auf das erste Halbjahr aus Sicht von Asklepios Union in der Wiener Ärztekammer

Mit Ende Juni geht das erste Halbjahr in der Kammerarbeit für uns zu Ende – hier ein kurzer Rückblick auf Interessantes, Überraschendes, Erschreckendes, Unglaubliches und Positives.

Im Jänner 2017 haben wir als neue und bis dato politisch unbeschriebene Gruppierung mit dem Sammeln der Unterschriften beschlossen, den Schritt in die Kammerpolitik zu wagen – motiviert, engagiert, vielleicht an manchen Stellen ein bisschen naiv, aber mit dem starken Willen für Wiener Ärztinnen und Ärzten einen Aufbruch in der Kammerpolitik zu versuchen.

Das Einreichen der notwendigen Anzahl an Unterschriften war neben dem Erarbeiten unseres Programms und unserer Schwerpunkte die erste Herausforderung.

Der Wahlkampf an sich war spannend, vor allem da wir kaum finanzielle Mittel hatten und uns bewusst dagegen entschieden haben illegale Massenmails zu verschicken. Unseren Folder haben wir sowohl gemeinsam finanziert als auch zusammengestellt und wie so oft wenn man etwas Neues versucht, Spass gehabt und viel dabei gelernt.

Die Reaktion der Mitbewerber auf unser Antreten war, wie nicht anders zu erwarten, überwiegend negativ, aber dadurch haben wir uns von unserem Ziel nicht abbringen lassen. Trotz allem haben wir versucht, uns nicht in die Untiefen dieses Wahlkampfes ziehen zu lassen.

Der Wahlabend selbst war sehr erfreulich für uns – wir konnten aus dem Stand heraus 11 Mandate erringen. Allerdings stand scheinbar bereits schon an diesem Wochenende die alte bzw. neue Koalition fest. Gespräche mit uns wurden von vielen Seiten abgelehnt: Frischer Wind in der Kammer ist offenbar nicht gewünscht, denn „Macht und Geld regiert die Welt“ – und das auch in der Standespolitik.

Die Entscheidung zwischen Funktionen/Ämtern oder Zielen/Werten hat leider zu einer Spaltung innerhalb unserer wahlwerbenden Liste geführt. Einigen haben sich daher entschlossen eigene Wege zu gehen – dafür wünschen wir Alles Gute.

Nichts desto trotz werden wir von Askelpios Union – die Alternative mit Mut unserem ursprünglichen Ziel treu bleiben und mehr Transparenz in das Kammerleben und die Entscheidungsfindungen zu bringen, um damit alle KollegInnen mehr Einblick in die Standespolitik zu geben, die aus Ihren Beiträgen finanziert wird.

Wir von AU haben uns bewusst dagegen entschieden, remunerierte Funktionen zu übernehmen um im Gegenzug unser Zustimmung zu teils so für uns nicht akzeptablen Entscheidungen zu geben. (https://medicus58.wordpress.com/2017/06/22/der-preis-der-koalition/) Hat uns das bis jetzt geschadet? Vielleicht – aber dazu stehen wir.

Da wir von Grund auf eine vereinigte Kammer und fachlich basierte Entscheidungen wollten, haben wir uns in die Opposition begeben.

Trotzdem werden wir einige Aufgaben ausfüllen: Wir wurden in den Vorsitz des WFF (800 Euro/Mo ohne Steigerung zur Vorperiode) gewählt, sind im Vorstand sowie im Streikkomitee vertreten und sind unbezahlte Mitglieder mit fachlicher Expertise in folgenden Referaten: Kammerreform, Gruppenpraxen, Geriatrie, KAV-Spitäler, Umweltmedizin, Substitution und Drogentherapie, Psychosomatik und Psychotherapie, Katastrophen- und Notfallmedizin, Wahlärzte.

Wir werden in Zukunft alle unsere Anträge und wichtige (und publizierbare) Entscheidungen (denn es herrscht in vielen Belangen in der Kammer Verschwiegenheitspflicht!?!?) auf unsere Homepage setzen und bei diversen Treffen diskutieren.

Wer immer Interesse hat, hier seine eigenen Erfahrungen und Meinungen einzubringen und mitzudiskutieren, ist natürlich herzlich dazu eingeladen!

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