Was bisher im KAV geschah…

Kurze Zusammenfassung der Chronologie der Ereignisse seit Einführung der neuen, EU-konformen Ärztearbeitszeit im KAV

Grundproblem: das Fehlende Problembewusstsein und die Ignoranz der Österreichischen Ärztekammer und Landesärztekammern gemeinsam mit der Politik erst auf die Androhung von Strafzahlungen von Seiten der EU zu warten, um dann raschest die Gesetzeslage zu adaptieren und auch auf Landesebene zu reagieren.

Dezember 2014 massive Aufregung gegen das Unterzeichnen der Betriebsvereinbarung im KAV.

Jänner 2015 – wie von Stadträtin Wehsely vorhergesehen (weil schon seit Sommer 2014 verhandelt) wird eine Vereinbarung unterzeichnet trotz massiver Proteste von PV, damals noch GdG und ÄK – oder unterschrieben sie doch nicht? Gilt die Vereinbarung oder nicht – man wird es wohl nie so genau wissen….
Die Vereinbarung beinhaltet die Möglichkeit des AG jederzeit bei fehlenden Ruhezeiten die ND auf 12,5 h Schichten umzustellen, die Berechnung de
r zwar höheren Gehälter jedoch nur mit 40 h (d.h. keine ÜST) sowie die deutliche Reduktion der Anzahl der ND Räder und der Turnusarztstellen. Positiv wäre der Ausbau der zentralen Notaufnahmen gewesen, wenn mehr darauf geachtet worden wäre, dass die Reduktion der nachfolgenden Abteilungen erst nach deren Ausbau durchgeführt worden wäre. Nach entsprechendem Druck der Basis, Frustration, massive Unzufriedenheit, Gründung der politisch unabhängigen Ärztegewerkschaft Asklepios und Streikdrohung wurde nicht nachverhandelt, aber ein rascher Deal nach einem dubiosen Brief von einigen Mandataren geschlossen – höhere Zulagen v.a. für WE und Feiertage, höhere Primariigehälter, Umsetzung von Skill&Grade – die Verlagerung von Basisleistungen an die Pflege. Diesee wurde sehr langsam umgesetzt, weil die dafür notwendige Entlastung der Pflege und die Einschulungen lange auf sich warten ließ und ist, obwohl eigentlich Grundvoraussetzung für die Ausbildungsstellen immer noch sehr löchrig umgesetzt – trotzdem wurden die Ausbildungsstellen genehmigt und damit wird sich wohl für die Jungen auch nicht mehr allzu viel ändern – was in manchen Bereichen einer Katastrophe gleich kommt!

Das Spiel ging munter weiter: sehr verzögerte Auszahlung von ÜST, Probleme bei eingesprungenen Dienste, Auszahlung der NG-Stunden, willkürliche Einteilung bzw. illegale Änderung von Urlaub in Stricherltage etc.

Der nächste Schritt folgte im Herbst 2016 mit der schon Anfang 2014 geplanten Umstellung auf 12,5 h Diensten und ND-Radreduktion im großen Stil – begonnen in den Pflegeheimen und weiter umgesetzt in allen KAV-Spitälern sowie die Reduktion auf 40-42 h und damit der Wegfall gut bezahlter ÜST – hier ist der Druck doch zu groß geworden und es wurde ein halbe Tag gestreikt!

Erfolgreich? Naja, es wurden Abstimmung (25 oder 12,5hND) oft nicht durchgeführt, vereinzelt Reduktionen zurückgenommen – viele aber als Projekt belassen und nach einiger Zeit und ohne wirkliche Proteste mit oder ohne Evaluierung fix übernommen („gibt eh kein Personal mehr dafür“), einige Probleme in Arbeitsgruppen ausgelagert, die viel länger als vereinbart dauern und wohl nicht zu wirklichen Lösungen gedacht sind. Es wird auf Zeit gesetzt, damit „sich die Ärzte an die neuen Dienstzeiten gewöhnen können“.

Der Clou – die Notärzte in den KAV einzugliedern und damit auch der PV des KAV zuzuordnen und von dieser schon ohne echte Diskussion und Rücksprache mit den Kollegen unterschrieben, ist auch nicht zu vernachlässigen – damit kann man doch glatt die Personalnot der Rettung als auch der ZNAs in den Griff bekommen – und wer es nicht glaubt…

Zusammenfassend kann man wohl sagen – es ist nahezu Alles im Jänner 2014 Geplante, wie vorhergesagt, auch schon bzw. bald umgesetzt – es hat ein bisschen länger gedauert und ein bisschen mehr medialen Wirbel erzeugt als vorgesehen war – aber dafür wurde an die Zuständigen der Führungsriege auch entsprechend viel Schmerzensgeld ausgezahlt…

Was sollte nun dringende geschehen? Keine weiteren Reduktionen, versprochener Ausbau der Notfallaufnahmen mit Entlastung des dahinterliegenden stationären Bereiches, echte Personalbedarfsplanung mit richtiger Berechnung der Auszubildenden und Ausbildner als nicht VZÄ, mehr StationsassistentInnen zur Entlastung des Personals, und vieles mehr.

Die Forderung nach neuen Köpfen auf der gegnerischen Seite des Verhandlungstisches ist nachvollziehbar – aber auch auf dieser Seite des Tisches wäre das eine gute Idee…

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